Eduard van Hengel

Johann Sebastian Bach vocale werken

Johann Sebastian Bach

Der Himmel dacht auf Anhalts Ruhm (BWV 66a)

Geschreven voor Gelukwens

Voor het eerst uitgevoerd: 10 dec 1718

Totaal 8 delen, 1 koorwerk

Deze cantate werd de afgelopen jaren zelden uitgevoerd

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Bespreking

Van deze cantate kiennen we alleen de tekst, uit een door de tekstdichter J.C.F.Hunold, alias Menantes, in 1719 gepubiceerde bundel. Daaruit blijkt dat ze is gecomponeerd voor de verjaardag (10 december 1718) van Prins Leopold von Anhalt-Köthen waarbij Bach sinds het begin van dat jaar in dienst was als kapelmeester. De cantate wordt als 'Serenata' aangeduid maar zou met meer recht een 'Dramma per Musica' genoemd kunnen worden want er treden, niet ongebruikelijk in dergelijke gelukswenscantates, twee allegorische personages op, Glückseligkeit (geluk) en Fama (roem) die van gedachten wisselen over de deugden van de vorst. De muziek van deze cantate zou slechts gedeeltelijk gereconstrueerd kunnen worden omdat we weten, (uit overeenkomsten in metriek en verslengte van de tekst) dat Bach de muziek van de delen 1 t/m 4 hergebruikte voor de delen 2 t/m van cantate BWV 66 en het slotkoor omsmeedde tot het openingskoor daarvan.

1. Recitatief (B)

Der Himmel dacht’ auf Anhalts Ruhm und Glück,
So ward Fürst Leopold gebohren.
Das Land gedenckt an diese Zeit zurück,
Und hat sie sich zum Jubel=Fest erkohren.

wordt BWV 66/2

2. Aria (B)

Traget ihr Lüffte den Jubel von hinnen,
Bringet dem Himmel unsterbliches Lob.
Leopold lebet, in welchem wir leben
Leopold herrschet, dem Himmel ergeben,
Welcher den göttlichen Printzen erhob.
Traget ihr Lüffte den Jubel von hinnen,
Bringet dem Himmel unsterbliches Lob.

wordt BWV 66/3

3. Recitatief (A, T)

Die Klugheit auf dem Thron zu sehn,
Und Tugenden, wie sie im Purpur gehn,
Ja Gnad' und Huld, die Land und Leut erquicken,
Bey der Gewalt des Scepters zu erblicken
Hab' ich der Grossen Burg beschaut.
Ich bin umsonst zu manchem Thron geflogen
Der nur auf Weh' und Ach gebaut.
Kaum, dass ich hier den Edlen Hof bezogen,
So lebt mein Wunsch; Diß Kleinod treff ich an;
Man hat von jener Sternen-Bahn
Der Klugheit, Tugend, Gnad' und Güte,
Die Macht und Hoheit anvertraut.
"O Fürst, von Fürstlichem Gemüthe!
Wie herrlich, wohl und fest
Hast Du den Fürsten-Stuhl gesetzet!
Der Grund ist Gott, der ihn nie wancken läst,
Der dich, o Fürst, nach seinem Sinn ergetzet.
(Fama)
Ich aber will auf meinem Ehren Wagen
Dein Lob zu allen Völckern tragen.
(Glückseligkeit)
Du aber kanst auf deinem Ehren Wagen
Sein Lob zu allen Völckern tragen.
(Fama)
Wie? Find ich dich (Glückseligkeit) allhier?
(Glückseligkeit)
Ist dieses ein so seltsam Ding?
(Fama)
Kaum, sah' ich dich noch auf dem Lande,
Als ich durch Anhalt-Cöthen gieng.
(Glückseligkeit)
Mir gab bey seinem Fürsten-Stande
Zwar Leopold am Hofe das Quartier;
Doch auf des Landes sehnlichs Flehen,
Mich auch bey sich zu sehen,
Hat mir der Fürst, der seinen Unterthan
Nicht höher lieben kan,
Viel Wohnungen im Fürstenthum erbauet,
Du findest mich, wohin dein Auge schauet.

wordt BWV 66/4

4. Aria (A, T)

Ich weiche nun; ich will der Erden sagen:
Nur Tugend kan (Glückseligkeit) erjagen.
(Glückseligkeit)
Ich weiche nicht; du solst der Erden sagen:
Nur Tugend kan der Landes wohl erjagen,
(Fama)
Dir Anhalt sey der Himmel hold,
Ich will den Theuren Leopold
Mit Ruhm auf meinem Flügeln tragen.
(Glückseligkeit)
Mir Anhalt bleibt der Himmel hold,
Und wird den Theuren Leopold
Mit Ruhm auf Adlers Flügeln tragen.

wordt BWV 66/5

5. Recitatief

Glückseligkeit:
Wie weit bist du mit Anhälts Götter-Ruhm,
Die noch die Welt in ihren Thaten ehrt,
Die schon im grauen Alterthum
Die Kunst zu herrschen wohl gelehrt,
Wie weit bist du mit ihrem Ruhm geflogen?
Fama:
Biß an der Sternen-Bogen.
Glückseligkeit:
Nun dieser Fürsten Tugend-Gold
Gläntzt in dem Theuren Leopold.
So bringe dann bis an der Sternen Achsen
Den edlen Zweig der Hochgepriesnen Sachsen.
Wie offt hat Gott das Land zuvor ergetzt?
Fama:
So offt ein Fürst sein Heil auf Gott gesetzt.
Glückseligkeit:
Sprich: Leopold hat himmlische Gedancken;
Gott wird von ihm und er von Gott nie wancken.
Was hat vor dem das Land so hoch geziert,
Und ihm des Fürsten Huld verschrieben?
Fama:
Gehorsam, treu zu seyn und lieben.
Glückseligkeit:
Sprich: Daß noch nie ein Herr regiert,
Der im Triumph die Hertzen mehr geführt.
Nenn ihn der Unterthanen Lust;
Sprich, daß sie ihm den Namen Vater geben.
Geh! Aller Welt sey unser heil bewust.
Fama:
So sprich mit mir:
Fama, Glückseligkeit:
Fürst Leopold soll leben.

muziek verloren

6 Aria

Beglücktes Land von süsser Ruh und Stille!
In deiner Brust wallt nur ein Freuden-Meer.
Du siehst von fern die Krieges-Fluthen schlagen,
Und Sturm und Noth so manches Ufer plagen,
Hier weht allein ein Gnaden-West daher.
Beglücktes Land von süsser Ruh und Stille,
In deiner Brust walle nur ein Freuden-Meer.

muziek verloren

7. Recitatief (A, T)

Glückseligkeit:
Nun theurer Fürst! der seinen Purpur schmücket,
Gott mache dich je mehr und mehr beglücket.
Fama:
Ein Palmen-Baum blüht schön bey seines gleichen:
Jedoch vielleicht denckt dieser Herr allein
Unsterblichkeit durch Tugend zu erreichen.
Glückseligkeit:
Die hat er schon.
Fama:
Ja, die ist ungemein.
Wird aber Anhalts Götter-Zahl
Nicht durch sein theures Fürsten-Blut
Annoch unsterblich seyn?
Glückseligkeit:
Du wünschest ein unschätzbahr Gut.
Fama:
Man preist der holden Sonnen Strahl.
Die ihren Glantz auch Mond und Sternen giebt.
Glückseligkeit:
Ich weiß, daß mich der Himmel liebt;
Ich weiß, daß der die Zeit ersehn,
In welcher noch ein himmlisch Licht
Wird neben unsrer Sonne stehn.
Diß ist ein Wunsch, der durch die Wolcken bricht:
Glückseligkeit, Fama:
Es blühe denn durch ihn diß Götter-Haus,
Es blüh und sterbe nimmer aus.

muziek verloren

8. Koor

Glückseligkeit:
Es strahle die Sonne,
Fama:
Es lache die Wonne,
Tutti:
Es lebe Fürst Leopold ewig beglückt.
Glückseligkeit, Fama:
Ach Himmel wir flehen;
{Diß holde Licht/Die frohe Zeit} sechzigmahl wieder zu sehen.
Tutti:
Gib Höchster was unsern Regenten erquickt.
Glückseeligkeit:
Es strahle die Sonne,
Fama:
Es lache die Wonne,
Tutti:
Es lebe Fürst Leopold ewig beglückt.

wordt BWV 66/1